Um sowohl Studierende als auch Mitarbeitende zu schützen, haben viele Universitäten im vergangenen Jahr auf virtuelle Lehre umgestellt. Professorinnen und Professoren passten ihre Lehrpläne an, damit die Studierenden den größtmöglichen Nutzen aus jeder Unterrichtseinheit ziehen konnten, und veränderten gleichzeitig die Durchführung von Präsenzkursen in den Naturwissenschaften, einschließlich Chemie- und Biologielaboren.
Naturwissenschaftliche Kurse erfordern in der Regel praktisches Lernen in Form von Experimenten und Demonstrationen. Dabei erwerben Studierende nicht nur wertvolle Fähigkeiten wie Pipettieren und Problemlösung, sondern auch Kenntnisse über Sicherheitsmaßnahmen im Labor. Angesichts der offensichtlichen gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Herausforderungen durch COVID-19 war es für die Universitäten notwendig, die richtige Kombination aus Präsenz- und Online-Lehre zu finden.
Lehren aus der Distanz
Zu Beginn der Pandemie stellten einige Hochschulen vollständig auf Fernunterricht um, doch im Studienjahr 2020 setzte sich an vielen Einrichtungen ein hybrides Modell durch. Die Gruppengrößen in den Laboren wurden reduziert und Maßnahmen zur sozialen Distanzierung eingeführt. Die Yale University installierte transparente Trennwände zwischen den Labortischen für Studierende vor Ort und bot Live-Videoübertragungen für diejenigen an, die online teilnahmen.
„Neben der Begrenzung der Anzahl an Teilnehmenden vor Ort haben wir unsere Räumlichkeiten neu organisiert, zusätzliche Ausrüstung angeschafft und unsere Abläufe umgestaltet, um die Wege im Labor zu minimieren, die gemeinsame Nutzung von Geräten einzuschränken oder zu vermeiden und jederzeit Abstand zu halten“, sagte Christine DiMeglio, Professorin für organische Chemie an der Yale University, gegenüber Yale Daily News.
„Es war wichtig, die Studierenden zu schützen und ihnen gleichzeitig so oft wie möglich die Möglichkeit zu geben, in Präsenz zu lernen.“
Die Labore waren gut belüftet, und das Personal desinfizierte regelmäßig die Oberflächen. Es wurde erkannt, dass Online-Unterricht nicht immer die beste Lösung ist, insbesondere wenn sich praktische Experimente, die einen physischen Laborraum erfordern, nur schwer nachbilden lassen. Daher war es wichtig, die Sicherheit der Studierenden zu gewährleisten und ihnen dennoch so häufig wie möglich Präsenzunterricht zu ermöglichen.
An der University of Pittsburgh waren die Biologielabore auf jeweils sechs Studierende begrenzt. Auch die Chemielabore reduzierten ihre Kapazitäten, und einige Physikpraktika wurden zu Hause durchgeführt. Ein Ansatz bestand darin, eine vor Ort anwesende Person mit einer online teilnehmenden Person zu koppeln, die das Experiment live über Zoom verfolgen konnte, wodurch die Anwesenheit im Labor gesteuert wurde. Diese besondere Lernumgebung bot den Studierenden Flexibilität und hielt gleichzeitig die Sicherheitsrichtlinien ein.
Schutz der Campusgemeinschaft
Die Einführung geeigneter Protokolle war sowohl für Laborveranstaltungen als auch für universitäre Forschungseinrichtungen erforderlich. Während einige Labore im vergangenen Jahr vollständig geschlossen wurden, fuhren andere ihre Aktivitäten hoch, um zur COVID-19-Forschung beizutragen. Für die Abteilungen für Umweltgesundheit und Strahlenschutz (EHRS) bedeutete dies eine Phase intensiver Arbeit, in der sie ihre traditionellen Aufgaben mit neuen Verpflichtungen vereinen mussten.
Um eine sichere Rückkehr der Studierenden auf den Campus zu ermöglichen, spielten die EHRS-Abteilungen eine entscheidende Rolle. An der University of Pennsylvania unterstützte das EHRS-Team Studierende, Mitarbeitende und die gesamte Campusgemeinschaft durch Aufklärung und Beratung. Es leitete die Kontaktverfolgung auf dem Campus, überprüfte Sicherheitspläne und installierte Hinweisschilder sowie Desinfektionsstationen.
„Wenn viele Informationen zusammenkommen und die Menschen mit bestimmten Begriffen oder Vorgehensweisen nicht vertraut sind, kommen wir ins Spiel: Wir helfen beim Verständnis, stellen Ressourcen bereit und ermöglichen es ihnen, schnell das zu tun, was erforderlich ist, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können“, sagte Andrew Maksymowych, stellvertretender Direktor für Biosicherheit an der University of Pennsylvania, in einem Interview mit Penn Today.
Durch kontinuierliche Kommunikation, COVID-19-Sicherheitsüberprüfungen und die Einhaltung der Vorschriften trug das Team zur Wiedereröffnung des Campus bei. Während sich die Pandemie weiterentwickelt und Universitäten das nächste Studienjahr planen, sind Sicherheitsstandards und neue Formen der Durchführung von Vorlesungen und Laboren bereits fester Bestandteil ihres Instrumentariums. Das übergeordnete Ziel bleibt, ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Bildung für Studierende und Mitarbeitende zu finden.
Kylie Wolfe ist Content-Texterin bei Thermo Fisher Scientific.
Dieser Inhalt wurde teilweise inspiriert durch „From PPE to lab safety, supporting the campus community is a full-time job“, Penn Today, 18. Dezember 2020; „COVID-19 brings a wave of change to in-person lab courses“, Yale Daily News, 11. September 2020; sowie „Students adjust to new online science lab structure“, The Pitt News, 27. Januar 2021.